Spezial lösungen

Neben den elf HDB Konstruktionen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke bieten wir eine Reihe von Speziallösungen für besondere Anforderungen: von der flexiblen Light Magnum Laborierung über die Anpassung an seltene Kaliber bis hin zu dokumentierten Testergebnissen aus dem ballistischen Labor.

HDB Spezial – das Light Magnum Prinzip

Entwicklungsziel des HDB war ein Spezialgeschoss, das eine äußerst flache Flugbahn mit hoher Zielgeschwindigkeit und maximaler Eindringtiefe kombiniert. Folglich benutzt das HDB eine Konstruktion aus reinem Kupfer mit einem tief reichenden Expansionsraum in der Spitze, in welchen ein als Expansionsstarter fungierender Aluminiumstöpsel eingesetzt ist. Dementsprechend deformiert das HDB in einem Weichziel faktisch ohne Masseverlust.

Im Hinblick auf das Durchdringungspotential, die sogenannte Tiefenwirkung, ist das HDB den herkömmlichen Teilmantelgeschossen, selbst den schwereren Ausführungen, wegen seines massestabilen Verhaltens deutlich überlegen. Aus der relativ hohen Zielgeschwindigkeit resultieren ein starker Energietransfer und eine vergleichsweise große Schusswirkung. Das bedeutet: Mit dem HDB laborierte Standardpatronen liefern in den meisten Fällen eine zu vergleichbaren Magnumpatronen identische Tötungseffektivität, ohne deren lästige Begleiterscheinungen wie starken Rückstoß, grelles Mündungsfeuer oder enormen Schusskanal. Insofern bietet das HDB dem Handlader die Möglichkeit, auf seine Büchse abgestimmte sogenannte „Light Magnums“ gängiger Standardpatronen herzustellen.

Auf den ersten Blick mögen an herkömmliche Fabrikmunition gewohnte Jäger diese Möglichkeit bezweifeln. Die folgenden Beispiele sprechen jedoch für sich, wie zahlreiche Praxiserprobungen bestätigt haben. Bei den genannten Ladedaten handelt es sich um Maximalwerte, für die eine Haftung ausgeschlossen wird.

PatroneGeschossTreibmittelAnfangsgeschwindigkeit
6 mm x 70 RHDB, 4,0 gN135, 30 grca. 950 m/s
7 mm x 57 RHDB, 7,0 gN140, 46 grca. 940 m/s
7 mm x 57HDB, 7,0 gN140, 49 grca. 960 m/s
.308 Win.HDB, 8,0 gN133, 46 grca. 950 m/s
.30-06 SPRGHDB, 8,0 gN140, 56 grca. 960 m/s
8 mm x 57 ISHDB, 9,0 gN133, 49 grca. 900 m/s
8 mm x 57 IRSHDB, 9,0 gN135, 51 grca. 900 m/s

Praxisbeispiel: Mit einer Steyr Büchse Modell SSG Police .308 Win. wurde auf 100 m ein 5 Schuss Streukreis von rund 20 mm erzielt (Laborierung: 8 g HDB, 47 gr N133; gemessene Anfangsgeschwindigkeit 1057 m/s). Wegen der starken Wirkung auf leichtes Wild wird die Patrone häufig mit 46,3 gr N133 auf eine gemessene Geschwindigkeit von 980 m/s laboriert, was eine Ladedichte von 100 % sowie einen fast vollständigen Abbrand der Treibladung im Lauf und damit geringes Mündungsfeuer ermöglicht. Der spürbare Rückstoß erweist sich dabei als bemerkenswert gering.

Ein wesentlicher Vorteil massestabiler Deformationsgeschosse: Da keine Splitter entstehen, unterbleibt die unnötige Zerstörungswirkung durch Sekundärgeschosse längs des Schusskanals. Aus dem nahezu unveränderten Erhalt der ursprünglichen Geschossmasse resultiert eine zuverlässige, für alles europäische Wild sowie afrikanisches Plains Game ausreichende Tiefenwirkung. Zudem wird das Wildbret nicht mit Bleipartikeln belastet.

HDB 10,3 x 60 R

Für diese bewährte, vor allem in der Schweiz geführte Patrone stehen mehrere besondere Ausführungen des HDB Geschosses bereit. Diese Munition arbeitet mit einer vergleichsweise niedrigen Anfangsgeschwindigkeit von rund 750 bis 880 m/s. Um ein zuverlässiges Verhalten hinsichtlich Querschnittsvergrößerung und Energietransfer zu gewährleisten, wurden die Geschosse durch Wärmebehandlung modifiziert und zur Verbesserung der Aerodynamik bei zwei Versionen mit einer Spitze versehen. Damit entsprechen diese HDB Laborierungen dem neuesten Stand der Technik und bieten unter jagdlichem Gesichtspunkt eine deutliche Aufwertung dieser Patrone.

Spezialkonstruktionen im Überblick

HDB Drückjagd

Für die Drückjagd, bei der die Treffpunktlage oft ungewiss ist, sorgt das HDB Drückjagd Spezialgeschoss für zuverlässige Wirkung: Durch Zerlegen des vorderen Geschossteils in drei schwere Sekundärgeschosse und einen maximalen Querschnitt des Geschossrestes wird auch abseits vitaler Organe eine starke und schnelle Wirkung erzielt. Die vollständige technische Beschreibung finden Sie bei den HDB Konstruktionen.

HDB Großwild

Die HDB Großwild Serie passt sich unterschiedlichsten Zielwiderständen an: kontrollierte Querschnittsvergrößerung bei dünnhäutigem Wild und massestabile Tiefenwirkung selbst bei starkem Großwild und dicken Knochen. Die vollständige technische Beschreibung finden Sie bei den HDB Konstruktionen.

Super Penetrator

Der Super Penetrator nach Dr. Hansen ist ein nicht deformierendes Vollgeschoss für die Großwildjagd mit drei bis vierfach stabiler Penetration, gefertigt in den Kalibern .416 und .458. Die vollständige technische Beschreibung finden Sie bei den HDB Konstruktionen.

Testbilder

Unsere Testbilder stammen aus dem ballistischen Labor in Rapperswil in der Schweiz und zeigen das Deformationsverhalten des HDB Geschosses nach dem Beschuss von 4 cm Gelatinescheiben, dokumentiert für die Kaliber .308 Win. mit 168 gr, .224 mit 3,6 g / 55 gr sowie .243/6mm mit 4 g / 61,5 gr bei Auftreffgeschwindigkeiten zwischen rund 680 und 1030 m/s.

Unter den zahlreichen Spezialgeschossen europäischer Herkunft repräsentiert das HDB derzeit das einzige homogene Deformationsprojektil, das konsequent nach dem neuesten Stand der Technik konstruiert ist. Von den wenigen ähnlichen Ausführungen unterscheidet es sich deutlich durch seine außerordentlich regelmäßige Innenballistik, also einen relativ geringen Ein- und Durchpresswiderstand sowie eine gleichmäßige Beschleunigung ohne inakzeptable Gasdruckspitzen und Gasdrucksprünge, sowie seine bemerkenswerte Eigenpräzision.

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