Praxis und Tests
Erfahrungen aus der Praxis
Die hier beschriebenen Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus den Erfahrungen mit dem HDB, da unsere Praxistests so umfangreich sind, dass sie ganze Bücher füllen würden.
Das erste Stück Wild, das mit dem HDB erlegt wurde, war im Januar 1998 ein mittelstarker Fuchsrüde, der breit auf ca. 60 m stand. Die Präzisionstests und die zielballistischen Tests waren soweit abgeschlossen, sodass der erste Schuss getrost gewagt werden konnte. Das Geschoss durchschlug die Kammer kurz hinterm Blatt und der Fuchs blieb am Anschuss liegen. Was dabei verblüffte, war der faustgroße Ausschuss bei diesem kleinen Wild. So stand fest, dass das Geschoss sauber und sehr schnell anspricht. Die folgenden Füchse belegten dieses Ergebnis ausnahmslos. Beim Rehwild fiel der Ausschuss etwa 5 DM-Stück groß aus, wenn es breit stand, bei Winkelschüssen ca. 1 DM-Stück groß. Auffällig war die relativ große Zerstörung der Organe in der Kammer bei gleichzeitig relativ kleiner Entwertung des Wildprets um Einschuss und Ausschuss.
Ein Jährlingsbock, ein Spießer mit ca. 15 kg, wurde am 20. Mai 1999 erlegt. Das HDB wurde ihm spitz von vorne auf den Stich angetragen, auf 80 m lag er im Schuss. Der Einschuss war zwischen den Blättern kalibergroß, die Lunge blutunterlaufen und das Herz nur noch zum Teil vorhanden. Das Loch im Zwerchfell war etwa daumengroß, die Verletzungen am Gescheide und am Pansen erstaunlich gering. Das Geschoss selbst fand sich zunächst nicht, ebenso wenig ein Ausschuss – erst beim Abschlagen der Decke zuhause zeigte sich der Ausschuss an der linken Hinterkeule. Das Geschoss hatte dabei den Knochen durchschlagen, der Schusskanal war gerade mal fingerdick. Wildpret und Umfeld blieben dabei nahezu unversehrt. Im folgenden Herbst wurde ein Keiler mit 64 kg breit durch beide Blätter beschossen, nach kurzer Flucht von ca. 15 m lag auch er. Auch hier fand die Hauptenergieabgabe in der Kammer statt, der Ausschuss war etwa 2 cm groß und das Wildpret wurde kaum entwertet.
Diese Erfahrungen stammen von der Lieblingspatrone für das heimische Revier im Kaliber .308 Win.: Norma Hülsen mit 43 grain Kemira N140 und dem 168 grain schweren HDB, gezündet mit dem CCI 200 Zündhütchen. Die gleichen Erfahrungen ließen sich in den Herbstferien 2000 in Namibia mit einem Repetierer im Kaliber .338 Win. Mag. sammeln: Winchester Hülsen mit 73 grain Kemira N160 und dem 200 grain schweren HDB, gezündet mit dem CCI 250 Zündhütchen. Schakal und Steinböckchen (ca. 4,5 kg) zeigten faustgroße Ausschüsse und keine Fluchtstrecke. Die mittelgroßen Antilopen, vom Springbock über Blesbock bis zum Hartebeest, zeigten stets Ausschuss und Fluchtstrecken von maximal 30 m, der Ausschuss war stets 5 DM-Stück groß, Schweiß reichlich vorhanden. Bei Wildarten bis ca. 120 kg reicht die Laborierung aus der .308 Win. erfahrungsgemäß aus, denn auch hier erzielt das HDB Ausschuss. Die Stärke der .338 Win. Mag. zeigte sich bei den schwereren Antilopen.
Selbst bei einem fast 280 kg schweren Gnubullen, der durch beide Blätter beschossen wurde, gab es Ausschuss – Schussentfernung ca. 120 m, Fluchtstrecke ca. 20 m. Auch ein großer Kudu und ein Oryx kamen sicher zur Strecke, stets mit Ausschuss und kurzer Fluchtstrecke. Die wenigen bis heute geborgenen Geschosse stammen von Schüssen auf den Stich oder von Winkelschüssen auf große Entfernungen und starkes Wild und hatten alle über 98 % Restgewicht. Zeitgleich wurden die gleichen Wildarten mit einer Blaser R93 im Kaliber 8 x 68 S mit vergleichbarem Ergebnis bejagt, nur die Augenblickswirkung war etwas besser und die Fluchtstrecken dadurch kleiner. Auch hier konnten keine Geschosse geborgen werden. Die verwendeten Patronen bestanden aus RWS Hülsen mit einer Pulverladung von 75 grain Kemira N160 und dem 180 grain schweren HDB, gezündet mit dem RWS 5333 Zündhütchen.
Seit 1998 finden in den angebotenen Kalibern von 5,6 mm bis .458 Wby. Mag. weltweit Versuche statt, die dem HDB-Jagdgeschoss übereinstimmend folgende Eigenschaften attestieren: hohe Eigenpräzision, schnelles Ansprechen, enorme Durchschlagskraft und Eindringtiefe. Daraus resultiert eine äußerst zuverlässige Tötungswirkung auf starkes wie auf schwaches Wild, auch bei schwierigen Schüssen.