Das HDB-Prinzip
Das Prinzip
Ein homogenes Deformationsgeschoss
Charakteristisch für moderne Jagdgeschosse ist der Verzicht auf den klassischen Bleikern. Das HDB besteht stattdessen aus einem plastisch verformbaren, homogenen Werkstoff aus Kupfer oder einer Kupferlegierung und bietet gegenüber herkömmlichen Teilmantelgeschossen ganz erhebliche Vorteile.
- Keine gesundheitsschädigende Belastung des Wildbrets durch Verdampfen oder Abrieb feinster Bleipartikel
- Kein unnötiger Zerstörungseffekt durch teilweises Zerlegen des Geschosses (Sekundärgeschosseffekt)
- Kein Masseverlust durch absplitternde Partikel, daher stets gleichbleibendes Durchdringungspotential
- Vollständig kontrolliertes Verhalten auch bei unterschiedlichsten Zielwiderständen
- Deutlich geringere Fertigungskosten durch Fertigung auf Drehautomaten oder Hochdruckpressen
Zudem entfällt das für Bleikerngeschosse typische Flachdrücken oder Zerbrechen bei Auftreffgeschwindigkeiten über etwa 650 Meter pro Sekunde, das zu einem unkontrollierten Zielverhalten führen kann. Genau diesen Anforderungen entspricht das HDB, das Homogeneous Deformation Bullet: die konsequente Weiterentwicklung des massestabilen Deformationsgeschosses.
Konstruktion
Konstruktion und Aufbau
Das äußere Erscheinungsbild des HDB wird durch ein zylindrokonisches Profil geprägt. Weitere Merkmale sind der leicht unterkalibrierte Geschosskörper mit mehreren Führungsringen, eine spezielle Crimpnut für alle gängigen Crimparten sowie das konische Heck. Ein abgerundeter Aluminiumeinsatz verschließt den Expansionsraum, die Oberfläche ist zusätzlich weitgehend abriebfest beschichtet.
Der Vorteil des zylindrokonischen Profils gegenüber der üblichen Ogivalform liegt auf der Hand: Bei gleicher Masse ist das Geschoss rund zwei Millimeter kürzer. Das bedeutet eine geringere Setztiefe und mehr Ladekapazität bei ansonsten identischer Patronenlänge.
Gefertigt wird das HDB auf einer automatischen Spindeldrehbank. Dieses Verfahren erweist sich bei kleinen Fertigungsserien dank vergleichsweise niedriger Werkzeug und Rüstkosten als besonders wirtschaftlich und sorgt gleichzeitig für eine hohe Rundlaufgenauigkeit und damit für Präzision.
Innenballistik
Außenballistik
Präzision im Flug
Ein weiteres Kennzeichen des HDB ist seine hohe Eigenpräzision und Flugstabilität. Durch das konische Heck und den kurzen konischen Kopf verlagert sich der Schwerpunkt nach vorn, wodurch ein kleinerer Abstand zum Längsachsenmittelpunkt und damit eine bessere Stabilität erreicht wird.
Dank seiner homogenen Monoblockkonstruktion und des leichten Aluminiumeinsatzes verfügt das HDB zudem über eine außergewöhnlich gute Rotationssymmetrie, aus der die hohe Eigenpräzision resultiert. Der Aluminiumeinsatz verhindert außerdem, dass Schmutzpartikel in den Expansionsraum eindringen und die Symmetrie stören könnten. Vor allem aber dient er als Deformationsstarter im Ziel.
Zielballistik
Kontrollierte Wirkung im Ziel
Das HDB besteht aus reinem Kupfer. Gegenüber Kupferlegierungen wie Tombak oder Messing bringt dieser Werkstoff entscheidende Vorteile: Kupfer hat ein größeres spezifisches Gewicht, wodurch das Geschoss bei gleicher Masse kürzer ausfällt und mehr Pulverraum zur Verfügung steht. Eine zusätzliche Wärmebehandlung erhöht die Plastizität und verleiht dem HDB seine hervorragenden Deformationseigenschaften.
Beim Zieldurchgang vergrößert das Geschoss seinen Querschnitt, selbst bei Knochenkontakt, kontrolliert und praktisch ohne Masseverlust auf etwa das 1,4 bis 2,0fache seines Kalibers. Die Deformation beginnt nach rund drei Zentimetern Eindringweg und erreicht je nach Zielgeschwindigkeit nach 25 bis 35 Zentimetern ihren Höhepunkt. Danach bleibt der Querschnitt unverändert, sodass der Energietransfer sehr gleichmäßig erfolgt und ein reproduzierbares Zielverhalten entsteht.